Dyskalkulie & Legasthenie

Was ist Legasthenie?

Legasthenie wird schon seit dem 19. Jahrhundert erforscht

Die Ersten, welche das Phänomen der Legasthenie erforschten, waren Mediziner am Ende des 19. Jahrhunderts. In der Folge wurde lange Zeit, und tatsächlich noch bis heute, von einer Krankheit gesprochen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Legasthenie bedauerlicherweise bis heute als Krankheit. Legasthenie und Dyskalkulie sind aber keine Krankheiten, Behinderungen, Störungen oder Schwächen. Betroffene finden lediglich mit den üblichen in den Schulen angebotenen Lehrmethoden für das Schreiben, Lesen und Rechnen nicht das Auslangen. Für ihre speziellen Bedürfnisse gibt es abgestimmte Methoden. Später befassten sich Psychologen und Soziologen ebenfalls mit dem Thema Legasthenie, was zu einer weiteren Belebung der Legastheniepathologisierung führte. Die pädagogisch-didaktische Förderung für Menschen mit Problemen beim Erlernen der Kulturtechniken rückte in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund.

Was ist die Ursache für Legasthenie?

Sobald sich das Kind mit Buchstaben und Zahlen beschäftigt, entsteht eine zeitweise Unaufmerksamkeit. Das Kind lehnt eine Auseinandersetzung mit Symbolen intuitiv ab. Das Kind hat differente Sinneswahrnehmungen, die nicht ausreichend für das Erlernen des Lesens, Schreiben und Rechnens geschärft sind. Es entstehen Wahrnehmungsfehler. Wegen der unscharfen Sinneswahrnehmungen entsteht eine zeitweise Unaufmerksamkeit beim Schreiben, Lesen oder Rechnen. Es kommt zu Wahrnehmungsfehlern.

Unterschied Legasthenie – LRS (Lese- Rechtschreibschwäche)?

Gengesteuerte Entwicklungsprozesse im Gehirn beeinflussen bei legasthenen und dyskalkulen Kindern die Sinneswahrnehmungen. Dadurch haben sie eine andere Informationsverarbeitung, gefolgt von einer anderen Lernfähigkeit. Gedanken stehen bei betroffenen Kindern oft mit dem Handeln nicht im Einklang. Fälschlicherweise werden die Wahrnehmungsfehler von legasthenen und dyskalkulen Kindern oftmals als Rechtschreibfehler abgetan.

Bei LRS-Kindern kann man die Fehler, die sie beim Schreiben und Lesen machen, nicht auf differente Sinneswahrnehmungen zurückführen. So kann eine intelligenzunabhängige Lese-, Schreib- oder Rechenschwäche im Rahmen einer allgemeinen Lernstörung multikausal sein. Diese ist bedingt durch besondere Umstände (Lerndefizit durch Krankheit, zu wenig Übungseinheiten, einen Todesfall in der Familie, Scheidung der Eltern etc.) und aufgrund einer vom Kind erworbenen Problematik. Hier kann verstärkt an den Symptomen gearbeitet werden. Es fällt in pathologische Bereiche, da man von tatsächlichen Störungen und Krankheitsbildern sprechen kann.

Natürlich müssen sowohl bei einem legasthenen / dyskalkulen Kind als auch bei einem Kind mit Lese-, Schreib- oder Rechenschwäche eventuelle Sekundärproblematiken mitberücksichtigt werden und Hilfe von Experten auf medizinischer und/oder psychologischer Ebene in Anspruch genommen werden.

Wird Legasthenie vererbt oder erworben?

Eine intelligenzunabhängige Legasthenie / Dyskalkulie ist keine Krankheit, sondern meist genbedingt, die Chromosomen 1, 2, 3, 4, 6, 15, 17, 18 sind maßgeblich an der erblichen Weitergabe beteiligt. Forschungen haben gezeigt, dass gengesteuerte Entwicklungsprozesse im Gehirn die Sinneswahrnehmungen beeinflussen. Auch positive und negative Einflüsse aus der Umwelt bestimmen mit, wie sich eine Legasthenie auf das Leben des Menschen auswirkt.

Wie weit verbreitet ist Legasthenie?

Man schätzt, dass heute ca. 15% der Weltbevölkerung von Legasthenie / Dyskalkulie betroffen sind. In einer Klasse mit 20 Schülern könnte das 3 Kinder betreffen. Ist Legasthenie / Dyskalkulie bereits ein Thema in der Familie, dann ist die Wahrscheinlichkeit zwischen 60 bis 70% Prozent, dass Legasthenie / Dyskalkulie weitervererbt wird.

Ist Legasthenie eine Störung oder eine Begabung?

Laut Studie sehen 4 von 5 erfolgreichen Legasthenikern ihre legasthene Denkweise als Teil ihres Erfolges. Legasthene Menschen sind zumeist sehr intelligent (besonders im technischen und kreativen Bereich), hoch begabt und können Leistungen erbringen, an die andere nie herankommen können. Legasthene Gehirne sind jedoch anders „verkabelt“ – Informationen werden anders verarbeitet. Daraus resultieren Stärken und Herausforderungen. 

Wo findet man Hilfe bei Legasthenie?

Sobald unsere Lehrerinnen und Lehrer Unstimmigkeiten bei Schülerinnen und Schülern im Unterricht feststellen, wird Kontakt mit den Eltern aufgenommen. In Abstimmung mit den Eltern wird dann das Kind von Frau Lang näher analysiert und es wird auf Wunsch der Eltern ein AFS-Test (PC-Test) durchgeführt. 

Dieser PC Test gibt dann Auskunft darüber, ob eventuell eine Legasthenie und/oder eine Dyskalkulie vorliegt. Es wird dann in Folge dessen ein pädagogisches Gutachten von Frau Lang erstellt und es kann dies bei der Notengebung berücksichtigt werden. Dies entscheidet dann aber der jeweilige Lehrer/die jeweilige Lehrerin selbst, ob sie dies berücksichtigt oder nicht.

Die Schülerinnen und Schüler, bei denen eine Legasthenie/Dyskalkulie vorliegt, werden speziell von Frau Lang betreut (mit Hilfe von Trainingsunterlagen, Arbeitsblätter für zu Hause, usw...).

Mehr Infos dazu finden Sie hier:

https://www.legasthenie.at/was-ist-legasthenie/